Das Transaktionsgeschehen im M&A-Markt in der DACH-Region steht auch 2026 vor Herausforderungen. Hohe Zinsen, eine vorsichtigere Kreditvergabe und die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase erschweren Unternehmensverkäufe. Auch geopolitische Unsicherheiten, handelspolitische Spannungen und neue ESG-Vorgaben beeinflussen die Transaktionsdynamik. Käufer agieren zurückhaltender, während Verkäufer realistische Bewertungen und flexible Strukturen finden müssen, um Deals zum Abschluss zu bringen. Trotz der Herausforderungen zeigen sich einige Investoren sehr kauffreudig und es werden spannende Transaktionen im M&A-Markt gesichtet.

Überblick des Transaktionsgeschehens 2026 im Vergleich zu 2025

Insgesamt wurden in der Transaktionsdatenbank der Sehner Unternehmensberatung 336 Transaktionen für das Jahr 2026 gezählt. Es entfallen rund 48 Prozent der Transaktionen auf Private Equity Investoren, während strategische Käufer mit 52 Prozent den größeren Anteil ausmachen. 

Der Fokus der Sehner Unternehmensberatung liegt auf den Märkten Food & Consumer, Gesundheit & Medtech, Industrie & Gewerbe, IT & Software und Pflege. Daher zeigt die folgende Übersicht wie viele Transaktionen in diesem Jahr bisher in den jeweiligen Märkten getätigt wurden im direkten Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Private Equity Transaktionen im Vergleich 2026 zu 2025

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Transaktionen, die den Private Equity Investoren zugeordnet werden können. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, sind im Januar 2026 deutlich weniger Private Equity Transaktionen gezählt worden.

Besonderheiten im Januar

Das M&A-Geschehen im Januar war durch eine rege Beteiligung mit insgesamt 336 registrierten Abschlüssen geprägt. Damit übertraf das Volumen das Niveau des vorangegangenen Monats. Private Equity Investoren nahmen dabei eine zentrale Rolle ein und zeichneten für rund 48 Prozent der Transaktionen verantwortlich, was einer absoluten Zahl von 162 Deals entspricht.

Besonders dynamisch präsentierte sich der Markt für Industrie. Private Equity Investoren untermauerten ihr Vertrauen in diesen Sektor durch eine hohe Präsenz. Von den 59 erfassten Transaktionen entfielen 31 auf Beteiligungsgesellschaften und 28 auf strategische Käufer. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Wachstum der M&A-Aktivität um etwa 11 Prozent beziehungsweise sechs Transaktionen. Anzumerken ist zudem, dass einer der strategischen Zukäufe im Kontext eines Insolvenzverfahrens realisiert wurde.

Für den Bereich IT & Software wurden im Januar 54 Transaktionen dokumentiert. In diesem Segment dominierten Private Equity Häuser mit 38 Abschlüssen deutlich über den 16 Akquisitionen durch Strategen. Dennoch verzeichnete dieser Markt im direkten Vergleich mit dem Vorjahresmonat eine rückläufige Tendenz von rund 24 Prozent, was einem Minus von 17 Deals entspricht.

Das Transaktionsvolumen im Segment Gesundheit und Medtech verblieb weiterhin auf einem beachtlichen Niveau. Insgesamt konnten 43 Unternehmenskäufe identifiziert werden. Davon wurden 26 durch strategische Akteure und 17 durch Private Equity Gesellschaften vollzogen. Damit bewegt sich die M&A-Aktivität in diesem Sektor auf einer ähnlich hohen Stufe wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Ausgewählte Investoren im Januar

Ausgewählte Investoren Anzahl Deals Märkte, in die investiert wurde
CONESTELLATION CAPITAL AG 4 Industrie, Transport und Logistik, Konsumgüter
Winterberg Group AG 4 Gesundheit, Industrie, Transport und Logistik
Main Capital Partners GmbH 4 IT & Software

Die CONSTELLATION CAPITAL AG forcierte zum Jahresauftakt ihre Marktpräsenz durch eine bemerkenswerte Transaktionsdichte. Mit insgesamt sechs Unternehmensakquisitionen positionierte sich das Private Equity Haus als einer der aktivsten Finanzinvestoren des Monats. Ein wesentlicher Teil dieser Aktivitäten entfiel auf die ARCA Holding GmbH. Unter der strategischen Begleitung von CONSTELLATION CAPITAL realisierte das Portfoliounternehmen vier Zukäufe im Rahmen seiner Buy and Build-Strategie. Konkret wurden die Abresch Industrieverpackung GmbH, die KIPA Industrie-Verpackungs GmbH sowie die Gustav Behrendt KG und die Kisten Schneider Verpackungsbetrieb GmbH in die Gruppe integriert. Parallel dazu weitete die CONSTELLATION Clean GmbH ihren Aktionsradius durch die Übernahme der Royal-Service GmbH und der Rohr-Royal GmbH aus.

Ein ebenfalls hohes Aktivitätsniveau verzeichnete die Winterberg Group AG mit vier erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen. Zwei dieser Akquisitionen dienten der gezielten Expansion der Healthcare Holding Schweiz AG. Im Zuge des laufenden Buy and Build-Projekts wurden die PlusORTHO Prothetik GmbH sowie die Medddbase International AG übernommen. Darüber hinaus stärkte die Winterberg Group AG ihre Portfoliogesellschaft TIC Holding Schweiz AG durch den Erwerb der HSE Conseils SA und der Vibro-Consult AG.

Die Main Capital Partners GmbH setzte ihren Wachstumskurs im Januar mit der erfolgreichen Umsetzung von drei Buy and Build-Strategien fort. Durch die Übernahme der dataspot. GmbH konnte das Portfoliounternehmen SoftProject GmbH seine Marktstellung signifikant festigen. Zusätzlich begleitete Main Capital Partners die Whitevision B.V. sowie die FleetGO Group B.V. bei jeweils einer strategischen Unternehmensübernahme. Als weiteren Meilenstein sicherte sich das Haus die IQ Messenger B.V., die fortan als Nukleus für zukünftige Entwicklungen innerhalb des Portfolios fungieren soll.