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Kostenreduktion bei klinischen Prüfungen
Zeit ist Geld — das gilt vor allem für die Medikamentenentwicklung. Verzögerungen in der Patientenrekrutierung haben schon für manche Negativ-Überraschung gesorgt. Das muss nicht sein.
Gelingt es Biotech-Unternehmen, Projekte mit begrenztem Budget in Eigenregie erfolgreich zu realisieren, kann bei einer Auslizenzierung des Wirkstoffes ein Ertrag erwirtschaftet werden, der dem Vielfachen des Einsatzes entspricht. Dafür sollte das Management aber klinische Prüfungen genau verstehen lernen, selbst wenn eine Contract Research Organization (CRO) beauftragt wird. Von der kompletten Vergabe bis zum Versuch, alles in Eigenregie durchführen zu wollen gibt es verschiedene Modelle. Jedes hat seine Daseinsberechtigung, aber auch erhebliche Nachteile.
Gelingt es Biotech-Unternehmen, Projekte mit begrenztem Budget in Eigenregie erfolgreich zu realisieren, kann bei einer Auslizenzierung des Wirkstoffes ein Ertrag erwirtschaftet werden, der dem Vielfachen des Einsatzes entspricht. Dafür sollte das Management aber klinische Prüfungen genau verstehen lernen, selbst wenn eine Contract Research Organization (CRO) beauftragt wird. Von der kompletten Vergabe bis zum Versuch, alles in Eigenregie durchführen zu wollen gibt es verschiedene Modelle. Jedes hat seine Daseinsberechtigung, aber auch erhebliche Nachteile.
Das traditionelle Modell
Im ur-traditionellen Modell hat der Sponsor eigene Abteilungen besetzt mit Fachleuten der klinischen Forschung. Alles um das Projekt herum, wird selbst erledigt: Protokollentwurf, Biostatistik, Auswahl der Prüfzentren, Monitoring der Prüfzentren undsoweiter. Sind nicht ständig neue klinische Studien durchzuführen, ergibt sich die berechtigte Frage nach der Auslastung dieser Fachkräfte. Im traditionellen Modell werden viele dieser Tätigkeiten bereits an CROs ausgelagert. Der Vorteil ist, die Fachkapazitäten müssen bei den CRO vorgehalten werden, nicht beim Sponsor. Der Nachteil ist: das Fachwissen im eigenen Haus geht verloren. Welche Tätigkeiten im Rahmen der klinischen Prüfung erledigt werden müssen und wie aufwendig diese sind, wissen die CRO, seltener die kleineren Sponsoren.
Warum gelingt es mit diesem Modell allein oft nicht, die Ziele nach Kostenreduktion und Zeitersparnis zu erreichen? Selbst unter Einbeziehung eines Auftragsforschungsunternehmens bleibt die Rekutierung Sache des Prüfzentrums. Egal, ob das nun ein Universitätsklinikum oder ein niedergelassener Arzt ist, für beide ist eine klinische Studie nur ein Zusatz zum Kerngeschäft. Das besteht aus der Heilung und Betreuung von Patienten. Alles, was darüber hinaus anfällt, erhält entsprechende Attribute: anstrengend, teilweise lästig, weniger bedeutend.
Die Durchführung einer klinischen Prüfung ist für die handelnden Personen zusätzliche Arbeit, für die es oft keine direkte, zusätzliche Vergütung gibt. So erhält die Aufgabe, eine große Zahl geeigneter Patienten zu finden, eine nachrangige Priorität — besonders in Nischenindikationen wie sie für Biotech-Unternehmen typisch sind.
Kommt das gewünschte Patientenkollektiv in der gewünschten Größe nicht zustande, erschöpft sich zumeist die Aktivität des Zentrums. Ist die Zahl einzuschließender Patienten nicht erreicht, ergeben sich zwei Möglichkeiten: Verlängerung der Rekrutierungszeit und/oder Initiierung zusätzlicher Zentren. Wobei eine verlängerte Rekrutierungszeit allein wenig hilfreich sein dürfte, denn das Patientenkollektiv wird sich nicht sprunghaft vergrößern. Zusätzliche Zentren bedeuten genauso eine Verzögerung wie auch zusätzliche Kosten.
Der SMO-Ansatz
Aus der dargestellten Problematik haben sich die SMOs (Site Management Organisation) entwickelt. Hier wird zwischen zwei Typen unterschieden: SMO Typ‑ A und SMO Typ-B. Bei einer SMO-A handelt es sich urn eine spezialisierte Einheit, die sich nur mit klinischen Priifungen befasst. Die SMO iibernimmt am Standort die Arbeit mit der Prilfung, verhandelt die Vertrage mit dem Sponsor oder der CRO und lost so als spezialisierte Einheit die Arbeit aus dem Kerngeschaft der Mediziner. Mit dem Konstrukt einer SMO werden klinische Priifungen zum Kerngeschaft der SMO, was sich vorteilhaft auf die Rekrutierungsleistung und die Datengualitat auswirkt. Im SMO-A-Modell handelt es sich urn „EinZentrum"-Modelle. Dabei kann diese SMO-A als Abteilung zu einem Klinikum geh~ren oder als rechtlich selbstandiges, professionelles Prijfzentrum agieren. Was als Nachteil bleibt, ist der begrenzte Patientenpool des Klinikums. Ein professionelles Priifzentrum ist bei der Patientengewinnung dagegen bereits auf zuweisende Arzte aus dem Umfeld angewiesen.
Eine SMO-B betreibt keine — im juristischen Sinn — eigenen, professionellen PrLifzentren. Sie bietet den Sponsoren und CRO einen Verbund von Praxen oder Kliniken an, urn so einen schnellen Patientenzugang unter dem einheitlichen Dach der SMO sicherzustellen. Als Vorteil ist hier der sinkende Verwaltungsaufwand innerhalb der SMO‑ B zu nennen. So miissen Vertrage formal zwar mit jedem Zentrum unterzeichnet, aber inhaltlich nur einmal verhandelt werden.
Der INO-Ansatz
Eine neue organisatorische Qualitat ergibt sich, wenn eine SMO multizentrisch operiert, also eine Vielzahl professioneller PrUfzentren betreibt. Diese Organisationsform kOnnte man als SMO-C oder als INO (Investigator Network Organisation) bezeichnen. Dabei ist nicht zwingend, dass diese Zentren dem Unternehmen im juristischen Sinne „gehOren". Es ist vielmehr wichtig, dass alle Zentren a) auf die Durchfiihrung klinischer Priifungen spezialisiert sind, b) Netzwerke zuweisender Facharzte installieren und c) unter gleichen qualitativen Rahmenbedingungen arbeiten. Auch hier kann weiter untergliedert werden, indem das Abgrenzungskriterium „In-einem-Land operierend (INO-A)" und „international operierend (INO-B)" hinzugefLigt wird.
Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Facharzten verschiedenster Fachrichtungen in Netzwerken, die dann durch sie betreute Patienten zum Zweck der Teilnahme an der Prtifung an die INO Oberweisen, ermOglicht grOBere Patientenzahlen in zumeist kOrzerer Zeit. Mit eigenen Priifarzten und Schwestern ausgestattet, wird ein Projekt dadurch zumeist schneller, bei gleichzeitig hOherer Qualitat des Datenmaterials und niedrigeren Kosten realisiert.
Vorteile und Risiken
Die Vorteile ergeben sich durch die zunehmende Spezialisierung. Zum einen sind es einfache Kostendegressionseffekte, zum anderen werden viele Aufgaben, die im traditionellen Modell durch den Sponsor selbst oder die CRO erbracht werden, von der SMO oder INO wahrgenommen (Koordination der PrUfzentren) oder entfallen sogar ganz (Auswahl und Suche geeigneter Zentren). Es gibt aber auch Risiken: CRO, SMO, INO sind spezialisierte Unternehmen, die auch in eine wirtschaftliche Schieflage geraten kOnnen. Eine Fortfiihrung der protokollkonformen Behandlung von Patienten, das Datenmaterial und damit das Projekt an sich, sind dann gefahrdet. Sind die Zentren alle im traditionellen Modell und an Universitatskliniken initiiert worden, schlieSt sich dieses Risiko praktisch aus. Sich fiber die wirtschaftlichen Verhaltnisse des Partners vorher zu informieren, ist deshalb extrem wichtig. Portale wie unternehmensregister.de, oder die bekannten Wirtschaftsauskiinfte sind dabei geeignete Instrumente.
Weitere Informationen über kllinische Auftragsforschung
Im ur-traditionellen Modell hat der Sponsor eigene Abteilungen besetzt mit Fachleuten der klinischen Forschung. Alles um das Projekt herum, wird selbst erledigt: Protokollentwurf, Biostatistik, Auswahl der Prüfzentren, Monitoring der Prüfzentren undsoweiter. Sind nicht ständig neue klinische Studien durchzuführen, ergibt sich die berechtigte Frage nach der Auslastung dieser Fachkräfte. Im traditionellen Modell werden viele dieser Tätigkeiten bereits an CROs ausgelagert. Der Vorteil ist, die Fachkapazitäten müssen bei den CRO vorgehalten werden, nicht beim Sponsor. Der Nachteil ist: das Fachwissen im eigenen Haus geht verloren. Welche Tätigkeiten im Rahmen der klinischen Prüfung erledigt werden müssen und wie aufwendig diese sind, wissen die CRO, seltener die kleineren Sponsoren.
Warum gelingt es mit diesem Modell allein oft nicht, die Ziele nach Kostenreduktion und Zeitersparnis zu erreichen? Selbst unter Einbeziehung eines Auftragsforschungsunternehmens bleibt die Rekutierung Sache des Prüfzentrums. Egal, ob das nun ein Universitätsklinikum oder ein niedergelassener Arzt ist, für beide ist eine klinische Studie nur ein Zusatz zum Kerngeschäft. Das besteht aus der Heilung und Betreuung von Patienten. Alles, was darüber hinaus anfällt, erhält entsprechende Attribute: anstrengend, teilweise lästig, weniger bedeutend.
Die Durchführung einer klinischen Prüfung ist für die handelnden Personen zusätzliche Arbeit, für die es oft keine direkte, zusätzliche Vergütung gibt. So erhält die Aufgabe, eine große Zahl geeigneter Patienten zu finden, eine nachrangige Priorität — besonders in Nischenindikationen wie sie für Biotech-Unternehmen typisch sind.
Kommt das gewünschte Patientenkollektiv in der gewünschten Größe nicht zustande, erschöpft sich zumeist die Aktivität des Zentrums. Ist die Zahl einzuschließender Patienten nicht erreicht, ergeben sich zwei Möglichkeiten: Verlängerung der Rekrutierungszeit und/oder Initiierung zusätzlicher Zentren. Wobei eine verlängerte Rekrutierungszeit allein wenig hilfreich sein dürfte, denn das Patientenkollektiv wird sich nicht sprunghaft vergrößern. Zusätzliche Zentren bedeuten genauso eine Verzögerung wie auch zusätzliche Kosten.
Der SMO-Ansatz
Aus der dargestellten Problematik haben sich die SMOs (Site Management Organisation) entwickelt. Hier wird zwischen zwei Typen unterschieden: SMO Typ‑ A und SMO Typ-B. Bei einer SMO-A handelt es sich urn eine spezialisierte Einheit, die sich nur mit klinischen Priifungen befasst. Die SMO iibernimmt am Standort die Arbeit mit der Prilfung, verhandelt die Vertrage mit dem Sponsor oder der CRO und lost so als spezialisierte Einheit die Arbeit aus dem Kerngeschaft der Mediziner. Mit dem Konstrukt einer SMO werden klinische Priifungen zum Kerngeschaft der SMO, was sich vorteilhaft auf die Rekrutierungsleistung und die Datengualitat auswirkt. Im SMO-A-Modell handelt es sich urn „EinZentrum"-Modelle. Dabei kann diese SMO-A als Abteilung zu einem Klinikum geh~ren oder als rechtlich selbstandiges, professionelles Prijfzentrum agieren. Was als Nachteil bleibt, ist der begrenzte Patientenpool des Klinikums. Ein professionelles Priifzentrum ist bei der Patientengewinnung dagegen bereits auf zuweisende Arzte aus dem Umfeld angewiesen.
Eine SMO-B betreibt keine — im juristischen Sinn — eigenen, professionellen PrLifzentren. Sie bietet den Sponsoren und CRO einen Verbund von Praxen oder Kliniken an, urn so einen schnellen Patientenzugang unter dem einheitlichen Dach der SMO sicherzustellen. Als Vorteil ist hier der sinkende Verwaltungsaufwand innerhalb der SMO‑ B zu nennen. So miissen Vertrage formal zwar mit jedem Zentrum unterzeichnet, aber inhaltlich nur einmal verhandelt werden.
Der INO-Ansatz
Eine neue organisatorische Qualitat ergibt sich, wenn eine SMO multizentrisch operiert, also eine Vielzahl professioneller PrUfzentren betreibt. Diese Organisationsform kOnnte man als SMO-C oder als INO (Investigator Network Organisation) bezeichnen. Dabei ist nicht zwingend, dass diese Zentren dem Unternehmen im juristischen Sinne „gehOren". Es ist vielmehr wichtig, dass alle Zentren a) auf die Durchfiihrung klinischer Priifungen spezialisiert sind, b) Netzwerke zuweisender Facharzte installieren und c) unter gleichen qualitativen Rahmenbedingungen arbeiten. Auch hier kann weiter untergliedert werden, indem das Abgrenzungskriterium „In-einem-Land operierend (INO-A)" und „international operierend (INO-B)" hinzugefLigt wird.
Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Facharzten verschiedenster Fachrichtungen in Netzwerken, die dann durch sie betreute Patienten zum Zweck der Teilnahme an der Prtifung an die INO Oberweisen, ermOglicht grOBere Patientenzahlen in zumeist kOrzerer Zeit. Mit eigenen Priifarzten und Schwestern ausgestattet, wird ein Projekt dadurch zumeist schneller, bei gleichzeitig hOherer Qualitat des Datenmaterials und niedrigeren Kosten realisiert.
Vorteile und Risiken
Die Vorteile ergeben sich durch die zunehmende Spezialisierung. Zum einen sind es einfache Kostendegressionseffekte, zum anderen werden viele Aufgaben, die im traditionellen Modell durch den Sponsor selbst oder die CRO erbracht werden, von der SMO oder INO wahrgenommen (Koordination der PrUfzentren) oder entfallen sogar ganz (Auswahl und Suche geeigneter Zentren). Es gibt aber auch Risiken: CRO, SMO, INO sind spezialisierte Unternehmen, die auch in eine wirtschaftliche Schieflage geraten kOnnen. Eine Fortfiihrung der protokollkonformen Behandlung von Patienten, das Datenmaterial und damit das Projekt an sich, sind dann gefahrdet. Sind die Zentren alle im traditionellen Modell und an Universitatskliniken initiiert worden, schlieSt sich dieses Risiko praktisch aus. Sich fiber die wirtschaftlichen Verhaltnisse des Partners vorher zu informieren, ist deshalb extrem wichtig. Portale wie unternehmensregister.de, oder die bekannten Wirtschaftsauskiinfte sind dabei geeignete Instrumente.
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